Collage und Bewegungsmuster (1982)

Sobald sich die Collage beginnt, auf dem Papier zu gebären, setzt damit ein nie endender Prozess an. Der Anfang bedeutet gleichzeitig das Ende wie eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt, um sich zu häuten. Die wahre Collage ist nie fertig oder beendet, selbst wenn sie bereits 5 cm dick ist, entwächst sie gerade dem Kindheitsstadium, das ist die Collage, die nur in Bewegung existiert.

Dies Bewegungsmuster enthält kein Müssen, denn die Collage flutet abebbend dahin. Mit ihren tausend möglichen Aspekthäufchen umreißt sie die kommende Flut des Utopischen. Die Zweifel, die sie dabei erzeugt, treiben sobald in die Versuchung der Infragestellung des allgegenwärtigen Musters. Die tanzenden Flächen und schwankenden Bilder, die Vermischung der Ebenen und Entkleidung bilden notwendige Fundamente.

Babylon heißt der Rhythmus der Collage. Und das Ende naht dabei so schnell – unmittelbar und spontan in die Iris gefallen. Der Urknall stellt die natürliche Collage dar, die wir heute mit allen Mitteln wieder anstreben, denn die collagierten Ruinen der alten Kontinente bilden den Humus für die Zeit der Un-Collage, die jetzt wieder kommt.