In der Nähe von Perleberg befindet sich eines der größten und noch sehr gut erhaltenen Hügelgräber aus der Bronzezeit in Deutschland, das kaum bekannte Königsgrab von Seddin (erbaut ca. 800 v. Chr.). Wahrhaft beeindruckend ist auf jeden Fall seine Höhe von 10 m und ein Durchmesser von 68 m. In eisigen Winternächten hört man dort auch heute noch in den Bäumen manchmal fremdartige Geräusche und bizarre Stimmen des Waldes, wenn der stürmische Wind die Baumkronen gnadenlos beugt und wiegt.
Der Geistreiter kurz vor dem Grabeingang
Die Prophezeiung war so klar gewesen, daß diejenigen, die es einmal wagten, Prinzessin Gambaras Grab zu öffnen und zu betreten, für immer von den grausamen Vandalenwächtern gejagt würden und daß kein Ort für sie sicher wäre – wo auch immer auf der Erde und selbst nicht am Ende der uns bekannten Welten. Eine metallische Dame wird schliesslich auf sie warten, um solche Diebe und Einbrecher in die Kasematten ihres erschreckenden Schlosses zu werfen, das nur durch kalten, funkelnden Stahl getragen wird.
In mehr als 1.500 Jahren passierte rein gar nichts, und der alte Grabhügel war letztlich dicht mit grünen Büschen und Bäumen bedeckt und gut versteckt. Viele Mythen wurden von lokalen Märchenerzählern verbreitet, weil die Bauern und Holzfäller von Zeit zu Zeit einen mysteriösen Reiter beobachteten, der plötzlich aus Nebelschwaden auftauchte und immer wieder in den undurchdringlichen riesigen Wäldern verschwand. Und in einigen dunklen Vollmondnächten konnte man auch das warnende Flüstern von Prinzessin Gambara in der Nähe ihres versteckten Grabes in den Baumwipfeln hören, das dann unsichtbar erschüttert und von einem frostigen und stürmischen Atemzug in die Höhe gebogen wurde.
Die Grabräuber im Nebel der Vorzeit
Im späten 19. Jahrhundert wurde die Neugier von Historikern und Archäologen geweckt, weil einer von ihnen in den Ruinen eines alten Hauses ein gut erhaltenes mittelalterliches Pergament gefunden hatte, das die Geschichte von Prinzessin Gambara und ihrem berühmten Begräbnis irgendwo in der Nähe beschreibt. Es erwähnt all die prächtigen Gegenstände, Edelsteine und Gold, die den Sarg auf ihrer allerletzten Reise begleiteten. Das Dokument berichtete auch über den kaiserlichen Fluch und über die Prophezeiung für diejenigen, die das Grab verletzten, aber niemand kümmerte sich darum oder war nur damit beschäftigt, die in der kalten Erde verborgenen Schätze möglichst schnell zu bergen
Nach mehreren Monaten intensiver Erkundung entdeckten und öffneten diese gierigen Abenteurer schließlich den lange unberührten Grabhügel in einem Fieber der enthemmten Aufregung. Aber sofort umgab sie eine plötzliche Dunkelheit, während ein wütender Nebel aus dem zerborstenen Boden hervorschoss. Vollkommen gelähmt hiervon konnten sie nicht entkommen, und so erhob sie sich aus dem Grab, das sofort in ein blendendes und blutiges Licht getaucht war: eine metallische Dame mit Bronzewaffen, nun bereit für ihre imperiale Rache.
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