365 Tage-Projekt / Poesie des Fährtenlesens (aktualisiert)

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Einige Orte sind wie illustre Worte, die nur symbolisch Räume schaffen, kryptische Häfen, die sich entlang zeitloser Klippen endlos strecken

30. September 2020

Am 1. Oktober 2020 starte ich mein neues Projekt „Poesie des Fährtenlesens“ mit rein analogen Mitteln und Wegen, welches mich dann 1 Jahr lang jeden Tag wo auch immer begleiten wird. Ich selber habe keine Idee oder Ahnung, wohin das sobald führen wird, und das ist der eigentliche Plan dieses imaginativen Bewegens durch die ganz reale Welt. Dabei sind meine Werkzeuge doch recht überschaubar: eine gerade erst gekaufte Polaroid-Kamera, ein Kugelschreiber, 4 Fotoalben und natürlich Klebstoff.

Mein 5. Versuch mit Polaroid im Vorfeld, wunderbar diese leicht antike, aber doch revolutionäre Technik – schon nach wenigen Momenten ein Realfoto in den Händen

Jeden Tag bin ich auf der Jagd nach den imaginären Spuren des Lebens, oft vollkommen unsichtbar verteilt in den diversen Traumzeiten um uns herum. Ich mache davon jeden Tag nur ein einziges Polaroid-Foto, dies wird ins Album geklebt ergänzt durch möglichst poetische Eingebungen oder Zustandsberichte. Fundstücke von vor Ort werden auch hinzugefügt und/oder collagiert. Mit dieser Art von Retro- Technik geht es folgerichtig hinein in eine dynamische Poesie des Alltags.

7. Oktober 2020

Die mir noch nicht vertraute Technik von Polaroid mit den Sofortbildern stellt sich nun als extrem mystifizierend heraus. Ich finde es hierbei faszinierend, auf diese Art ganz neue Dimensionen der Umwelt um mich herum zu entdecken. Noch 359 Tage bleiben mir jetzt für weitere Exkursionen auf derartig verschlungenen Pfaden dieser jetzt noch verborgenen Welten.

10. Oktober 2020

An manchen Orten herrschen besondere Energien, und wenig später erschallt aus dem Nichts eine klare und mysteriöse Stimme, obwohl niemand zu sehen ist. Vielleicht war es nur der Wind.

12. Oktober 2020

In der Brache der alten Bahnstation sehe ich die Leute zur Arbeit gehen, ein wenig gehetzt und und unstet, eine Flucht vor was und wohin?!

18. Oktober 2020

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Wie in Trance durch die verwundete Stadt, wo einige Ladengeschäfte bereits aufgegeben sind. Der Corona Rock’n Roll geht aber unvermittelt weiter, denn eine bodenlose Panik im absoluten Lähmungszustand kriecht nun herum überall. Und die Menschen hinter den grotesken Masken eilen in ihre privat organisierten Exile der Metropole, höchste Zeit nun endlich wieder auf das weite grenzenlose Land zu fahren.

 

 

 

 

Veröffentlicht von suburban tracker

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