Nach dem Traum vom Eigenheim die grüne Rebellion

Monochromes Aussehen in Zeitungen, Fotos und Fernsehen scheint heute sehr weit weg zu sein, aber zum Beispiel Schwarz /Weiß-Fernsehen zu schauen, als ich noch ein recht kleiner Junge war, bedeutete für mich in den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine erstaunliche und wirklich innovative Erfahrung.


Mein Bruder, ein Freund aus der Nachbarschaft und ich (links nach rechts), 1962

Damals war das Leben so vollkommen anders, und infolge des Zweiten Weltkriegs und der vielen Flüchtlinge war der Wohnungsbedarf unglaublich groß. So lebte ich bis 1963 zusammen mit meiner Großmutter, drei Tanten, einem Onkel, zwei Cousins, meinem Bruder und meinen Eltern in einem sehr kleinen Familienhaus, wo heute normalerweise nicht mehr als fünf oder sechs Personen wohnen würden.

Meine Mutter, ich, mein Bruder und mein Vater (links nach rechts), Sommer 1958

Ich weiß nicht, wie meine Mutter das alles geschafft hat, da wir tatsächlich nur ein kleine Stube unter dem Dach hatten, was auch gleichzeitig die Küche und Wohnraum war. Einen Stockwerk tiefer war unser Schlafzimmer, dies waren sehr beengte Platzverhältnisse, aber ohne etwas anderes zu kennen, war ich damit zufrieden. Im Hinterhof des Hauses hatte  mein Onkel seine Polster-Werkstatt, dort gab es auch einige Hühner und einen kleinen Garten mit Gemüse und einigen Obstbäumen. Es war also ein ziemlich geschäftiger und nie langweiliger Ort.

Groß angelegte Kampagne der Gewerkschaften in der 1950er Jahren
48 Stunden-Woche an sechs Tagen sehr normal bis in die 1960er Jahre

Auf Grund sehr ambitionierter sozialer Wohnprojekte überall erhielten wir glücklicherweise 1963 eine größere und moderne Wohnung mit einer fairen Miete. Einige Jahre später bauten meine Eltern 1968 dann auch ihr eigenes Haus, und dieser vorherrschende allgemeine Materialismus brachte mich dazu, 1976 mein Elternhaus zu verlassen und stattdessen mit 7 Personen in einer Wohngemeinschaft zu leben, was zu dieser Zeit noch ehr ungewöhnlich war.

Ebenfalls in den späten 1970er Jahren kam es zu massiven Protesten gegen die Kernenergie. Diese Basisbewegung brachte ökologische Befürchtungen in die öffentliche Diskussion, und leider wurden die schlimmsten Erwartungen bezogen auf diese gefährliche Nuklear-Technologie später nur zu wahr insbesondere in Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011).


Anti-Atom-Demonstration gegen den „Super-Phönix“ von Malville, Frankreich,
ein Demonstrant wurde im Sommer 1977 dabei durch extreme Polizeibrutalität getötet,
zum Glück bin ich auch ohne Defensivausrüstung dort unversehrt davongekommen



Veröffentlicht von suburban tracker

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